Erinnerung macht Zukunft

Pressemitteilung zur Vorstellung des Projekts und der Printmaterialien am 5. April 2013

Mit dem Reichstagsbrand wenige Tage vor der Reichstagwahl im März 1933 hatte es begonnen, bald darauf verbrannten die als „undeutsch“ bezeichneten Bücher – im Mai 1933. Fünf Jahre später brannten die Synagogen, darauf folgte die Aussonderung und Ermordung der Juden, der Sinti und Roma, der Kranken, der Homosexuellen, „Asozialen“, der Anarchisten, Linken. Das ganze demokratische Deutschland war für den Staat, die NSDAP und ihre 1000 000 Helfershelfer von nun an unbequem, unerwünscht, Freiwild.

80 Jahre später erinnern in der Bundesrepublik zahlreiche Initiativen an dieses Ereignis.

In Baden-Württemberg – mit dem Schwerpunkt Stuttgart – ist es eine Arbeitsgemeinschaft, in der sich rund 50 zivilgesellschaftliche Gruppen, Verbände und Kultureinrichtungen zusammen arbeiten. Sie werden in mehr als 100 ganz unterschiedlichen Veranstaltungen „für das freie Wort“ eintreten und wollen mit der Erinnerung an 1933 auch eine Brücke in die Gegenwart schlagen. Dazu gehören Themen wie Asyl und die weltweit verfolgten Autoren ebenso wie etwa der Nationalsozialistische Widerstand oder Zivilcourage, Zensur und Demokratie heute.

Gesamtprogramm

Das Gesamtprogramm mit vielen Ideen, Arbeitshinweisen und Fakten wird in den kommenden Wochen einer großformatigen, zwölfseitigen Zeitung mit dem Titel „10ter-Mai“ publiziert und ist auch im Netz unter www.10ter-Mai.de abrufbar.

Verbrannte Bücher – von den Nazis verfemte Schriftsteller

Im Mittelpunkt der Aktion steht eine Ausstellung im Stuttgarter Rathaus, die von der Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ zusammengestellt und von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg für die Aktion präsentiert wird. Begleitet wird die Ausstellung, die am 10. Mai von Fritz Kuhn, Lea Rosh, Eberhard Jäckel und Jürgen Serke eröffnet wird, von zahlreichen Lesungen im Rathaus selbst und einer Fülle weiterer kleiner und großer Veranstaltungen. Dazu gehören ein Kinotag in den Innen-stadtkinos, ein Wettbewerb der Volkshochschule, eine Ausstellung im DGB-Haus, die an die Besetzung der Gewerkschaftshäuser erinnert uvm.

DGB, Stadtarchiv, Hegelhaus, Naturfreunde, Waldheime, VVN, Buchhandlungen, Schulen …

Neben den Anstiftern, die die Idee zur der Reihe hatten und sie koordinieren, gibt es Aktionen in Schulen, Verlagen, Buchhandlungen, beim Württ. Kunstverein und im Kunstmuseum, bei der Arbeiterwohlfahrt, in Gedenkstätten, am Mahnmal, auf dem Marktplatz uvm.

Zu den Unterzeichnern des Aufrufs für die Aktion gehören ua. Klaus Staeck, Fred Breinersdorfer und Felix Huby, Boris Palmer, Erhard Eppler, Beate Klarsfeld, Birgit Kipfer, Wolfgang Schorlau und Leszek Schuster aus Auschwitz.

Interessierte können das Programm in der DenkMacherei (Werastr. 10) und in vielen öffentlichen Einrichtungen, Buchhandlungen, im Rathaus, im i-Punkt und im Theaterhaus abholen.

Eine lockere Arbeitsgemeinschaft zivilgesellschaftlicher Akteure, von kommunalen und freien Kul-tureinrichtungen, Museen, Archiven, Buchhandlungen, Autoren, Musikern ist in das Projekt

eingebunden.

Zu den Bücherverbrennungen kamen rücksichtslose Berufsverbote für Komponisten, Sänger, Schriftsteller, Schauspieler, Filmleute, Maler, Bildhauer, Wissenschaftler, Techniker… Zehntausende, die unsere Kultur, Denken und Wissen mitgeprägt haben, wurden aus dem Land, nicht selten in den Tod getrieben oder systematisch erfasst und ermordet.

Erinnern ist zu wenig

Fritz Mielert / Peter Grohmann / Ebbe Kögel (Die AnStifter)

Alexander Schlager (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Robert Tetzlaff (Buch + Plakat)

Annette Ohme-Reinicke (Universität Stuttgart)

Videos der Pressekonferenz von WackerSchwabe

1/8 https://www.youtube.com/watch?v=V-pzQMtFwgc

2/8 https://www.youtube.com/watch?v=jPyPr6nLcVc

3/8 https://www.youtube.com/watch?v=TY06iUjfJ9c

4/8 https://www.youtube.com/watch?v=-2cHe6K6Bew

5/8 https://www.youtube.com/watch?v=9_oGHA-FF60

6/8 https://www.youtube.com/watch?v=xVl0YqTO4E4

7/8 https://www.youtube.com/watch?v=VcRfqXUD6tM

8/8 https://www.youtube.com/watch?v=gtOZsmgvStA

Unser Programm ist da!

anlieferung

Am 4. April gegen 17 Uhr war es endlich soweit: Das Programm mit allen Veranstaltungen in der Region Stuttgart zu 80 Jahren Bücherverbrennungen kam in der DenkMacherei in der Werastraße 10 an.

Alle Termine aus dem Großraum Stuttgart finden sich – garniert mit vielfältigen Texten – in einer Zeitung (PDF anschauen). Getrennt davon haben wir alle Termine der Ringvorlesung an der Universität Stuttgart auf einem extra Flyer zusammengestellt. Außerdem können Sie mit Plakaten für die Veranstaltungen werben.

Kommen Sie vorbei! Es ist genug für alle da!

Bücherverbrennungen

Am 10. Mai 1933 brannten tausende Bücher. Wir rufen auf, am 10. Mai überall und öffentlich die verbrannten Texte zu lesen: liesMal! Und hörMal: Rassismus und Intoleranz sind immer noch bei uns zu Hause! Zeigt Flagge. Setzt Zeichen! Mischt Euch ein! Theater und Film, Musik und Kunst – höchste Zeit für mehr Demokratie! liesMit! Wort und Tat – In Solidarität mit den weltweit verfolgten Kulturschaffenden – in Erinnerung an Vernichtung und Barbarei.

Auf dieser Seite sammeln und koordinieren wir bundesweite Veranstaltungen. Bitte melden Sie uns entsprechende Termine unter redaktion [at] aktion10mai.de .

Weder unsere eigenen Aktionen noch die Koordinierung ist bisher finanziert. Egal ob 5, 10 oder 20 Euro – jeder Betrag hilft uns in unserer gemeinsamen Arbeit gegen Rassismus und Intoleranz.

verfemte-kunst-1933

Künstlerwettbewerb

Die vhs Stuttgart und die Aktion 10. Mai laden ein zum offenen Künstlerwettbewerb

Am 10. Mai 1933 brannten in Deutschland die Scheiterhaufen – es war der sichtbarer Auftakt zu einem Prozess der systematischen Entrechtung und Vernichtung alles „Fremden“. Wir laden Künstlerinnen und Künstler zu einem Ideen- und Realisierungswettbewerb ein. Aufgabe: Verfolgung und Vernichtung, Freiheit und Unterdrückung vor dem Hintergrund der Bücherverbrennungen vor 80 Jahren und der tausend-fachen Flucht gestern und heute darzustellen.

Gezeigt werden soll das Werk etwa 4 Wochen im Mai 2013 im öffentlichen Foyer der Volks-hochschule Stuttgart, Fritz-Elsas-Str. 46, das Kunstwerk soll rundum zugänglich im Raum stehen. Möglich sind alle freistehenden Werke

– Skulpturen, Monumente, DenkMale

– Collagen von Bild, Text, Ton, Video, Malerei

– Fragmente, Abstraktionen, Lehrstücke

Machen Sie sich Ihre Gedanken – gern mit uns.

Ortsbesichtigung ist ebenso möglich wie weitere Informationen im persönlichen Gespräch.

mehr info: VHS-Künstlerwettbewerb